Aufschub
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Podiumsdiskussion / Humboldt-Universität zu Berlin
(Teilnahme kostenlos, um vorherige Anmeldung wird gebeten)
u.a. am 4.12.
Authentizität und Fiktion im Dokumentarfilm
10:00 Uhr PD Dr. Ulrike Weckel (Ann Arbor und Berlin)
„Wir ahnten, dass uns Abscheuliches vorgeführt wurde."
Filmvorführung im Hackesche Höfe Kino:
Vorfilm:
DEUTSCHLAND ERWACHE
deutsche Originalfassung
D/USA 1945, 23 min
Produktion: US-Signal Corps
Dokumentarfilm
"Amtlicher Film Misc. 1208 Kriegsministerium. Ein Tatsachenbericht zusammengestellt aus offiziellen Filmen von der Filmdienststelle der
Armee der Vereinigten Staaten von Amerika." Deutschland erwache gehört zu den Filmen, die unmittelbar nach der
Niederlage des "Dritten Reiches" im Rahmen der sogenannten Re-Education produziert wurden, um die deutsche und österreichische Bevölkerung mit ihren Verbrechen zu konfrontieren. Der Film, der bereits ab Mai 1945 gefangenen Wehrmachtssoldaten gezeigt wurde, zeigt Bilder aus den befreiten Konzentrationslagern und von zerstörten Städten und wendet sich im Off-Kommentar direkt und schroff an seine Adressaten: "Die alliierten Generäle haben angeordnet, daß diese Greuel der deutschen Zivilbevölkerung gezeigt werden sollen, damit alle Deutschen sich davon überzeugen können, wie die Nazis gehaust haben. Aus dem selben Grunde
zeigen wir euch diesen offiziellen Film. Wir zeigen euch diese Wagenladung voller Toten, so daß ihr sie nie vergessen sollt. (...)"
AUFSCHUB
Südkorea/DE 2007
Regie: Harun Farocki
Essayfilm ohne Dialog
Als die Deutschen 1940 Holland überfielen, funktionierten sie das jüdische Flüchtlingslager Westerbork zu einem "Judendurchgangslager" um. In Westerbork wurde nicht geschlagen und gemordet, niemand verhungerte. Die Insassen wurden nicht geschoren und durften Zivilkleidung tragen, es gab Zeitungen, eine Schule, ein Krankenhaus, Sportveranstaltungen und einmal die Woche einen Kulturabend. Jeden Dienstag fuhr von Westerbork ein Zug nach Bergen-Belsen, Theresienstadt, Auschwitz und Sobibor. Rund 100 Züge haben etwa 100.000 Menschen in den Tod gebracht. Der Lagerleiter, SS-Mann Gemmeker, wollte über das Lager einen Film drehen lassen. Der Fotograf Rudolf Breslauer hat dafür einige Monate lang mit einer 16-mm-Kamera Aufnahmen gemacht, den Film aber nie fertiggestellt. 90 Minuten stummer, kaum bearbeiteter Aufnahmen sind erhalten - Harun Farocki entdeckte die Aufnahmen und ordnete die Bilder auf seine Weise.




