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>>africAvenir: Toxi

Am 6.5. in unserem Kino!

 

Toxi

(deutsch m.engl.U.)
Spielfilm, Deutschland 1952
, 88 min.
Regisseur: Robert A. Stemmle

Darsteller: Toxi, Paul Bildt, Johanna Hofer, Ingeborg Körner, Carola Höhn, Wilfried Seyferth

 

Der Film erzählt die Geschichte eines fünfjährigen Mädchens, das eines Tages an der Türschwelle einer wohlhabenden Hamburger Familie steht. Die Mitglieder des mehrgenerationen Haushalts reagieren sehr unterschiedlich auf Toxis Ankunft, denn sie ist Schwarz, die Tochter eines Afro-Amerikanischen GIs und einer verstorben weißen Deutschen Frau.
 
Regisseur Robert A. Stemmle gelingt es, die in Deutschland in dieser Zeit bestehenden Vorurteile sowohl gegenüber „gemischten“ Ehen, als auch gegen die aus diesen Ehen hervorgegangenen Kinder detailgetreu offen zu legen. In einer Reihe meisterlich geschriebenen Szenen werden verschiedene deutsche Positionen über „Rasse“ und Rassismus mit beachtenswerter Ehrlichkeit und Offenheit behandelt. Gerade als die junge Toxi die Herzen der deutschen Familie erobert hat, erscheint ihr amerikanischer Vater, um sie in die USA mitzunehmen…
 
Als einer der ersten und erfolgreichsten Filme, die das „Rassenproblem“ im post-faschistischen Deutschland explizit ansprechen, wird Toxi eine wichtige Rolle bei der (Re)Konstruktion Deutschlands als exklusiv weiße Nation zugeschrieben, zumal der Film genau zum Zeitpunkt der Einschulung der ersten nachkriegsgeborenen afro-deutschen „Besatzungkinder“ in die Kinos kam und damit ein öffentliches Interesse für dieses Thema schuf. Er bestätigte außerdem die Fehlrepräsentation des selbstverständlichen Weißseins der deutschen Staatszugehörigkeit, ein Phänomen, das in dieser Zeit zum ersten Mal diskutiert wurde. Der afro-deutschen Historikerin Fatima El Tayeb zufolge wurde schon 1905-07, während der kurzen, aber brutalen deutschen Kolonialkriege auf dem afrikanischen Kontinent, eine Schwarze Deutsche Staatsbürgerschaft als Widerspruch in sich ausgeschlossen.


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